Fallschirmspringen

Freiwillig aus einem funktionstüchtigen Flugzeug springen, den freien Fall genießen und anschließend am Schirm zu Boden segeln – Fallschirmspringen ist seit mehreren Jahren ein absoluter Trendsport der besonderen Art! Es haben sich im Laufe der Zeit neue Disziplinen entwickelt, die die Vielfältigkeit des Fallschirmspringens widerspiegeln.

Wo?

Ausgebildet wird in Vereinen und Schulen.
Konventionelle Sprungausbildung: Sie gliedert sich in zwei große Abschnitte, die Automatik- und die Freifallausbildung. Während der Automatikschulung springt der Schüler aus Höhen zwischen 800 bis 1.500 Metern und ist dabei durch eine Aufziehleine mit dem Flugzeug verbunden, die die Öffnung des Fallschirms auslöst und sich dann automatisch trennt. Erst nach mindestens sechs Sprüngen darf der Schüler die Öffnung selbst per Hand auslösen. Beim ersten Sprung der Freifallausbildung fällt der Springer eine bis drei Sekunden frei, bevor er selbständig den Fallschirm öffnet. Die Absprunghöhe wird bis auf 4.000 Meter gesteigert und die Freifallzeit auf bis zu 60 Sekunden. Während der einzelnen Ausbildungssprünge lernt der Springer verschiedene kontrollierte Bewegungen wie Drehungen, Rollen oder Salti im freien Fall sicher durchzuführen. Die zur Erreichung dieses Ziels erforderliche Anzahl von Sprüngen ist individuell sehr unterschiedlich. Bis der Schüler die Prüfungsreife erlangt, sind mindestens 20 Sprünge mit manueller Auslösung notwendig. Accelerated Freefall (AFF): Beschleunigte Freifallausbildung. Bei der aus mindestens sieben Sprüngen bestehenden Ausbildung lernt der Schüler den kontrollierten langen freien Fall. Wird das Ausbildungsziel in einem der Level (Sprünge) nicht erreicht, muss dieser wiederholt werden. Beim ersten Sprung halten zwei AFF-Lehrer den Schüler vom Verlassen des Fugzeuges bis zur Fallschirmöffnung fest. Bereits beim dritten Level lassen die Lehrer ihren Schüler los, befinden sich allerdings in unmittelbarer Nähe neben ihm, um eingreifen zu können. Der AFF-Kurs ist wegen seiner intensiven individuellen Betreuung die teuerste, aber auch sehr schnelle Ausbildung. Prüfung und Lizenz: Voraussetzung sind mindestens 20 Freifallsprünge und Theorie. Das theoretische Wissen wird durch einen Multiple-Choice-Test geprüft. Die praktische Prüfung besteht aus zwei Prüfungssprüngen. Ist die Prüfung bestanden, erhält der Prüfling die Lizenz, die zwei Jahre gültig ist. Für den Lizenzerhalt muss der Sportler 12 Sprünge innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr durchführen und eine ärztliche Tauglichkeit nachweisen.

Wie oft?

Wie bei allen anderen Sportarten macht auch hier das regelmäßige Training den Meister. Seit 1952 werden Weltmeisterschaften in verschiedenen Disziplinen durchgeführt. Zu den klassischen Disziplinen gehört das Stil- und das Zielspringen. Die Stilspringer fliegen Figuren unter Beachtung der Zeit. Hierbei spielen Geschicklichkeit und Beweglichkeit des Sportlers eine Rolle. Die Zielspringer müssen ihren Schirm sehr gut unter Kontrolle haben, um die kleine Zielscheibe zu treffen, was nur Spitzensportlern nach vielen Trainingssprüngen gelingt. Para Ski: Ursprünglich in der Tradition der Bergrettung stehend hat sich das Para-Ski zu einer interessanten Wintersportart entwickelt. Ski-Riesenslalom und Zielspringen müssen hier als Kombinationssport beherrscht werden. Kappenformationsspringen: Die Springer öffnen ihre speziellen Fallschirme direkt nach Verlassen des Flugzeugs. Sie bilden Formationen, in dem sie sich mit den Füßen an den Leinen anderer Schirme einhaken. Präzises und sicheres Manövrieren im Verhältnis zu den anderen Fallschirmen ist hierbei entscheidend. Aus dem Freifall-Formationsspringen haben sich verschiedene Wettkampfdisziplinen entwickelt. Gruppen von vier, acht oder 16 Springern bilden im freien Fall nacheinander definierte Formationen. Freestyle-Springer führen im freien Fall verschiedenste Manöver und tänzerische Figuren durch. Skysurfen Auf einem speziellen Brett, vollzieht der Springer im freien Fall die verschiedensten Bewegungen. Die Beherrschung des Skysurfens ist relativ anspruchsvoll und erfordert besondere Erfahrung und Umsicht. Beim Skysurfen werden sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht und große horizontale Strecken zurück gelegt. Freeflying ist die jüngste Disziplin im Fallschirmsport. Ein besonderes Merkmal ist die Head-Down Position. Der Springer fliegt mit dem Kopf voran dem Erdboden entgegen, wobei Geschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden. Außer dem enormen Tempo zeichnet sich Freeflying besonders durch die angestrebte Nutzung aller drei Dimensionen im freien Fall aus.

Was ist zu beachten?

Um eine Ausbildung zu beginnen, muss man mindestens 16 Jahre alt sein, wobei Minderjährige die amtlich beglaubigte Zustimmung des gesetzlichen Vertreters benötigen. Verbindlich sind ein Tauglichkeitszeugnis eines Sport- oder Hausarztes, ein Lichtbildausweis, der Nachweis über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs sowie zwei Passbilder.

Weitere Informationen ...

Deutscher Aero Club e.V.
Hermann-Blenk-Straße 28
38108 Braunschweig
Telefon: (0531) 23 54 0-0
Telefax: (0531) 23 540-11
E-Mail: info(at)daec.de

Deutscher Fallschirmsportverband e.V. (DFV)
Comotorstrasse 5
66802 Überherrn
Telefon: (06836) 92 306
Telefax: (06836) 92 308
E-Mail: info(at)fallschirmsportverband.de

 
 

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