Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Herz des Menschen ist im allgemeinen sehr leistungs- und widerstandsfähig, dennoch kann es auf vielfältige Weise erkranken. Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die sogenannte funktionelle Herz-Kreislauf-Erkrankung wird nur durch eine unzureichende Funktion deutlich. Es sind keine anatomisch nachweisbaren Veränderungen feststellbar (Beispiel: niedriger Blutdruck). Bei organischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen nachweisbare Strukturveränderungen der Herz-Kreislauf-Organe vor (Beispiel: Bluthochdruck).

Zahlreiche Risikofaktoren spielen bei der Entstehung von Herzerkrankungen, besonders bei der koronaren Herzkrankheit, eine bedeutsame Rolle. Erhöhtes Körpergewicht, fortschreitendes Lebensalter, erbliche Belastung, Fehlernährung, Rauchen, Stoffwechselstörungen wie hoher Cholesterinspiegel, Zuckerkrankheit und Gicht, Ärger, Aufregung, krankmachender Stress, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Bluthochdruck.

Der Abbau von Risikofaktoren führt zum Aufbau von Schutzfaktoren, aber generell sollte der Aufbau von Schutzfaktoren auch als eigenständige Maßnahme gesehen werden. Grundsätzlich können die Verbesserung des Gesundheitsbewusstseins, die Ökonomisierung der Herz-Kreislauf-Funktion und die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens Schutzfunktion übernehmen.

Die Bedeutung von Sport und Bewegung ist vom jeweiligen Beschwerdebild bestimmt und kann, je nachdem welche Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt, sehr unterschiedlich sein. Bei Bluthochdruck und beim vorliegen koronarer Herzkrankheiten kann ein Ausdauertraining sehr wirkungsvoll sein, um eine Verbesserung der Herz-Kreislauf-Leistung und eine Ökonomisierung der Herz-Kreislauf-Funktion zu bewirken. Die jeweilige Dosierung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei niedrigem Blutdruck lässt ein intensives Ausdauertraining eher ein weiteres Absinken des Blutdrucks erwarten. Gymnastik, Schwimmen und Spiele sind hier besser geeignet. Liegt eine arterielle Verschlusskrankheit vor, kann in Abhängigkeit vom Schweregrad ein Geh-, Lauf- oder Herzgruppe im Sportverein anzuschließen.

Bedeutende Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
    Der niedrige Blutdruck ist gekennzeichnet durch Müdigkeit, Antriebs- oder Leistungsschwäche und Schwindel. Als Grenzwert ist für den systolischen Druck

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
    Unter Bluthochdruck versteht man eine unter Ruhebedingungen gemessene Erhöhung des Blutdrucks auf über 145/90mmHg, wobei man eine Erhöhung zwischen 150 und 160 mmHg als Grenzwerthypertonie bezeichnet. Die Erhöhung kann den systolischen, den diastolischen oder beide Werte betreffen. Die einmalige Feststellung eines erhöhten Blutdrucks führt jedoch noch nicht zur Diagnose Bluthochdruck, da der Blutdruck von psychischer oder physischer Belastung beeinflusst werden kann. Der Bluthochdruck selbst ist nicht durch Beschwerden gekennzeichnet, diese treten erst dann auf, wenn als Folgeerscheinung Gefäßveränderungen bzw. Arteriosklerose eingetreten sind. Die Ursache für einen zu hohen Blutdruck ist weitgehend unbekannt. Bluthochdruck ist jedoch ein Risikofaktor für die Entstehung eines Herzinfarktes.

  • Arteriosklerose
    Zahlreiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen als Folgeerkrankung einer vorausgegangenen Gefäßveränderung bzw. Arteriosklerose. Sie ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Gefäßeinengung infolge von Flüssigkeits-, Eiweiß- oder Fetteinlagerung in und auf die Gefäßwand und einer dadurch entstehenden Mangelversorgung der angeschlossenen Organe oder Extremitäten. Ist das Gefäß um mehr als 50% verengt, treten bei erhöhtem Blutbedarf, z.B. infolge körperlicher Belastung, Beschwerden auf. Bei der arteriellen Verschlusskrankheit führt dies zu Schmerzen in den Beinen während bei der koronaren Herzkrankheit Herzbeschwerden auftreten. Wird die Einengung stärker, treten bereits in der Ruhesituation Beschwerden auf. Der vollständige Verschluss führt zum Absterben des Gewebes (Nekrose).
  • Arterielle Verschlusskrankheit (AVK)
    Hierbei kommt es besonders im Bereich des Beckens und der Beine zu Arteriosklerose. Bei längerem Gehen treten Beschwerden auf und es kommt zu einem zeitweiligen Hinken (claudicatio intermittens). Bei stärkeren Schmerzen muss das Gehen unterbrochen werden. Das Krankheitsbild ist auch als "Schaufensterkrankheit" bekannt, da die Patienten zur Verdeckung der eigentlichen Ursache vorgeben, Schaufensterauslagen zu betrachten.
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
    Der Begriff ist von den Koronarien, den Herzkranzgefäßen, abgeleitet, die in zwei großen, sich immer weiter verzweigenden Ästen, den Herzmuskel wie einen Kranz umschließen. Die linke Herzarterie verzweigt sich nochmals in zwei große Äste, so dass man von drei großen Herzkranzgefäßen spricht. Sind die Koronarien infolge einer Arteriosklerose verengt, spricht man von Koronarer Herzkrankheit. Mit fortschreitender Verengung kommt es zu Herzschmerzen der sogenannten Angina pectoris bzw. Brustenge. Der Schmerz kann in Schulter, Arm, Rücken, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen und ist meist von Todesangst begleitet.

  • Herzinfarkt
    Durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes wird der dahinter gelegene Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zum Absterben des Gewebes und zum Pumpversagen. Der Herzinfarkt äußert sich durch ein Druckgefühl hinter dem Brustbein mit Brustschmerzen und ausstrahlenden Schmerzen in den Bereich von Schulter, Arm, Rücken, Kiefer und Oberbauch. Er ist meist begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Blässe und Todesangst. Entscheidend für das Überleben ist ein schneller Transport ins Krankenhaus, um das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen.
    (wb)

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