Schulterverletzung

Im Bereich der Schulter gibt es drei unterschiedliche Gelenke: Das Schultergelenk (Articulatio humeri), das vom Kopf des Oberarmknochens (Humerus) und der am Schulterblatt (Scapula) befindlichen Gelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) gebildet wird, das (Schultereck)gelenk zwischen Schlüsselbein (clavicula) und Schulterblatt (Articulatio acromioclavicularis) und das Gelenk zwischen Schlüsselbein und Brustbein (Sternum) (Articulatio sternoclavicularis).

An den Bewegungen im Schulterbereich sind 20 Muskeln beteiligt. Im Schulterbereich können u.a. folgende Verletzungen auftreten: Knochenbrüche, Luxationen, Band- und Kapselverletzungen. Verletzungen im Schulterbereich sind meist kompliziert und eine exakte Diagnoseerstellung ist oft schwierig.

 

  • Schlüsselbeinbruch
    Brüche des Schlüsselbeins können bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm oder auf die Schulter, beispielsweise beim Skilaufen oder Radfahren, auftreten. Ein Schlüsselbeinbruch ist durch eine Schwellung über dem betroffenen Bereich und starken Druckschmerz gekennzeichnet. Zur Behandlung wird durch einen Arzt ein sogenannter Rucksackverband um beide Schultern angelegt, der die Armbewegung einschränkt. Die vollständige sportliche Aktivität sollte erst nach 4-8 Wochen wieder aufgenommen werden. Ein leichtes Trainingsprogramm kann, in Abhängigkeit vom Heilungsverlauf, schon früher beginnen.
  • Oberarmbruch
    Brüche meist im oberen Anteil des Oberarmes können bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm oder auf die Schulter, beispielsweise beim Skilaufen, Reiten oder bei körperkontaktbetonten Sportarten wie Football, auftreten. Ein Oberarmbruch ist durch eine Schwellung, durch Druckempfindlichkeit und bewegungsabhängigen Schmerz gekennzeichnet. Zur Behandlung wird der Arm mit einem Verband ruhiggestellt. Der Heilungsverlauf dauert ca. 4-8 Wochen.
  • Schulterluxation
    Schulterluxationen (Verrenkungen) können durch einen Sturz auf den angehobenen Arm, beispielsweise beim Handball oder Football, durch einen Sturz oder eine Krafteinwirkung auf den Außenarm und durch kräftiges nach hinten außen Ziehen des Armes, z.B. durch einen Gegenspieler bei Ballsportarten, auftreten. Man unterscheidet Luxationen nach vorn unten und Luxationen nach hinten, wobei letztere selten auftreten. Eine Luxation ist gekennzeichnet durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Bei der Luxation nach vorn lässt sich in der Achselhöhle der vorgewölbte Oberarmkopf und eine leere Gelenkpfanne tasten. Häufig kommt es bei Luxationen auch zur Verletzung der Gelenkkapsel. Ist die Verlagerung des Oberarmkopfes nach vorn oder hinten nur inkomplett spricht man von Subluxation. Zur Behandlung muss das Gelenk durch einen Arzt wieder in seine ursprüngliche Position gebracht und für ca. 3 Wochen am Körper fixiert werden. Ein leichtes Trainingsprogramm kann nach 3-4 Wochen beginnen. Die vollständige sportliche Aktivität sollte erst nach 2-3 Monaten wieder aufgenommen werden.
  • Luxation zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt
    Luxationen zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt können durch einen Sturz auf die Schulter, den Ellbogen oder den ausgestreckten Arm, z. B. beim Radfahren oder Skilaufen, auftreten. Das äußere Ende des Schlüsselbeins ist nach oben verschoben, je nach Schwere der Luxation kann es auch zu Kapsel- und Bandverletzungen in diesem Bereich kommen. Die Luxation ist gekennzeichnet durch Schmerz und Druckschmerz im äußeren Bereich des Schlüsselbeins und durch bewegungsabhängigen Schmerz. Zur Behandlung muss das Gelenk durch einen Arzt wieder eingerichtet und für ca. 2-3 Wochen am Körper fixiert werden. Nach der Entfernung des Verbandes kann mit einem leichten Trainingsprogramm begonnen werden.
  • Luxation zwischen Schlüsselbein und Brustbein
    Luxationen zwischen Schlüsselbein und Brustbein können durch starke Krafteinwirkung auf die Schulter verursacht werden. Das innere Ende des Schlüsselbeins wird vor oder hinter das Brustbein verschoben und es kommt zu Bandverletzungen in diesem Bereich. Die Luxation ist gekennzeichnet durch Schmerz in der Schulter und Druckschmerz im Bereich des betroffenen Gelenkes. Sind die Gelenkflächen von Brust- und Schlüsselbein nicht vollständig voneinander entfernt, ist nach einer Repositionierung durch einen Arzt eine Ruhigstellung ohne weitere Therapie ausreichend. Die sportliche Aktivität kann frühzeitig wieder aufgenommen werden. Bei kompletter Ablösung kann zur Einrichtung des Gelenks eine Operation erforderlich werden. Der Heilungsverlauf richtet sich nach dem Verlauf der Operation.

(wb)

 
 

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