Beweglichkeitstraining

Das Training der Beweglichkeit umfasst die Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und die Verbesserung der Dehnfähigkeit der Muskulatur.

  • Allgemeine Gelenkbeweglichkeit:                                                         Das Training soll eine allgemeine gute Gelenkmobilität fördern und erhalten. Es wird mit aktiven gymnastischen Übungen durchgeführt, die die volle Bewegungsamplitude, beispielsweise des Hüft- oder Schultergelenks, ausnutzen und das individuelle Bewegungsausmaß ausschöpfen bzw. erweitern können. Das Bewegungstempo sollte mäßig schnell sein. Bei der Übungsauswahl muss die Funktionalität beachtet werden.
  • Zur Verbesserung der Dehnfähigkeit können mehrere Dehnungsarten unterschieden werden: 

    Dynamisches Dehnen: Die traditionelle gymnastische Form des aktiv-dynamischen Dehnens umfasst schwingende Bewegungsübungen. Auf eine kontrollierte Bewegungsführung ist zu achten, die Bewegungsübungen werden nicht ruckartig oder "zerrend" ausgeführt. Der Dehnungsgrad wird mit jeder Wiederholung stufenweise erhöht. Das dynamische Dehnen wurde in den letzten Jahren oft als wirkungslose schädliche Zerrtechnik bezeichnet. Bei korrekter kontrollierter Bewegungsführung ist diese Technik aber weder schmerzhaft noch schädigend. Übungen mit dynamischer Dehnung sind erforderlich, um die Dehnfähigkeit und das Dehnungsgefühl für Ausholbewegungen und Schwungeinsätze der Extremitäten (z.B. bei Wurfdisziplinen oder beim Schwimmen) zu entwickeln. Wird das dynamische Dehnen mit Partnerunterstützung bzw. fremdgesteuert durchgeführt, spricht man von passiv-dynamischem Dehnen.

    Statisches Dehnen: Beim statischen Dehnen wird eine maximale Dehnstellung einige Sekunden gehalten. Die Durchführung kann aktiv-selbstgesteuert oder passiv-fremdgesteuert durchgeführt werden. Eine gleichzeitige Kontraktion der Antagonisten wird nicht durchgeführt.

    Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF): Bei der PNF-Technik wird der betreffende Muskel zunächst gedehnt. Dann erfolgt eine isometrische Kontraktion dieses. Nach einer Entspannungsphase wird der Muskel für einige Sekunden überwiegend durch die konzentrische Kraft des Antagonisten weitergedehnt. Diese Technik wird mehrfach wiederholt. Die praktische Durchführung erfordert wegen ihrer komplizierten Form einige Erfahrung. Die PNF-Technik kann auch passiv mit Partnerhilfe bzw. fremdgesteuert durchgeführt werden. Für die passive PNF findet sich auch die Bezeichnung PND (Propriozeptive neuromuskuläre Dehnung). Sowohl für die aktive als auch für die passive Form der PNF wird stellenweise die Bezeichnung Scientific Stretching for Sport (SSS) verwendet.

  • Spezielle Beweglichkeit: In einigen Sportarten wie beispielsweise Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik und Hürdenlauf ist die Bewegungsweite eine entscheidende Voraussetzung zur korrekten Technikausführung. Hier wird zum Erreichen der erforderlichen Beweglichkeit ein über das allgemeine Beweglichkeitstraining hinausgehendes systematisches Spezialtraining und technisches Ergänzungstraining durchgeführt. Durch entsprechende Tests wird der Leistungsstand kontinuierlich überprüft.
    (wb)

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