Kneipp-Bund will Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken

04.01.2018

Gemeinsam mit seinen rund 600 Vereinen und etwa 160.000 Mitgliedern setzt sich der Kneipp-Bund mit Nachdruck für die Stärkung des Gesundheitswissens und die Vermeidung von Gesundheitsrisiken ein.

Ein Mann hält sich fit mit Wassertreten in einem Kneippbecken. Foto: picture-alliance

„Der richtige Umgang mit Gesundheitsinformationen wird für viele Menschen immer schwieriger. Deshalb müssen wir der Förderung der individuellen Gesundheitskompetenz eine höhere Bedeutung beimessen“, so Kneipp-Bund-Präsident Klaus Holetschek.

Informationen müssten verständlicher gestaltet und die empirische Forschung vorangetrieben werden. Denn: Rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat – nach den Ergebnissen der ersten repräsentativen Studie – eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz, was wiederum hohen personellen und finanziellen Aufwand für das Gesundheitssystem bedeutet. „In Zeiten der Digitalisierung und ‚Dr. Google‘ ist Gesundheitskompetenz ein hohes Gut, das es zu stärken gilt“, betonte Holetschek.

Der Kneipp-Bund hat sich daher als Partner der von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe initiierten „Allianz für Gesundheitskompetenz“ angeboten, um die Schwerpunktthemen Prävention, Gesundheitsförderung und Salutogenese in die Debatte miteinzubringen. Im Vordergrund steht die Frage nach den Faktoren, die Gesundheit erhalten bzw. wiederherstellen. Mit der ganzheitlichen Kneippschen Gesundheitslehre habe man in Deutschland ein traditionell verankertes Naturheilverfahren, das erfreulicherweise aktuell vermehrt empirisch auf seine Wirksamkeit untersucht wird.

„Unsere Kneipp-Vereinslandschaft ist weltweit einmalig. Aber Kneipp muss wieder eine echte Bewegung werden, die Menschen haben das Recht zu wissen, was für ihre eigene Gesundheit das Beste ist. Eigenverantwortung gehört natürlich dazu, aber auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, so Holetschek. Dazu gehöre eine nutzer- und informationsfreundliche Gestaltung des Gesundheitswesens, bessere Kommunikation, das Bereitstellen von Methoden und Materialien, das Einbeziehen des Erziehungs- und Bildungssektors, die Entwicklung zielgruppenspezifischer Konzepte und die bereits angesprochene Intensivierung der Forschung zur Gesundheitskompetenz. Der Kneipp-Bund begrüßt daher die Initiative zur Erarbeitung eines „Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz“, der Impulse für die Politik, die Verbände, die Forschung und die Interventionsentwicklung setzen soll. Der Aktionsplan wird am 19. Februar der Öffentlichkeit präsentiert.

Zu Kneipps Lebzeiten waren seine Naturheilverfahren derart populär, dass selbst Papst Leo XIII. und Kaiserin Sisi Konsultationen bei Sebastian Kneipp erbaten. Neben den Kneipp-Vereinen ist auch das deutsche Kur- und Heilbäderwesen ein Lebensbereich, der maßgeblich an der Gestaltung von Prävention und Gesundheitsförderung beteiligt ist. Auch sie stellen eine deutschlandspezifische und über Jahrhunderte gewachsene Struktur dar, die es als Alleinstellungsmerkmal zu stärken, aber eben auch zu nutzen gilt.

(Quelle: Kneipp-Bund)


 
 

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