"Mit bewusster Lebensweise gesund und fit bleiben"

07.03.2017

Im Vorfeld des 3. Gesundheits- und Präventionspolitschen Abends in Berlin beantwortet Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Fragen zum Thema "Bewegungsmangel reduzieren".

Bundesminister Hermann Gröhe setzt auf Bewegung im Alltag. Foto: BMG/Jochen Zick (action press)

Bundesminister Hermann Gröhe setzt auf Bewegung im Alltag. Foto: BMG/Jochen Zick (action press)

Am 8. März 2017 kann der DOSB Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe als Gast beim 3. Gesundheits- und Präventionspolitschen Abend in Berlin begrüßen. Der Abend steht unter der Fragestellung: „Bewegungsmangel reduzieren - Ein nationales Gesundheitsziel?!“. Im Vorfeld der Veranstaltung sagt der Bundesminister im Interview, welche Sicht er auf dieses Thema hat, welche Chancen und Möglichkeiten er sieht, Bewegungsmangel in unserer Bevölkerung wirksam zu reduzieren und was der organisierte Sport dabei leisten kann.

Herr Gröhe, zu Beginn erlauben wir uns eine persönliche Frage zum Thema „Bewegungsmangel reduzieren“: Schaffen Sie es, bei Ihren sicherlich sehr zeitintensivem Arbeitstagen, Bewegung in ihren Alltag zu integrieren?

HERMANN GRÖHE: Wichtig ist, sich immer wieder klar zu machen: Mit einer bewussten Lebensweise kann jeder von uns viel dafür tun, gesund und fit zu bleiben, möglichst bis ins hohe Alter. Und dazu gehört eine ausgewogene Ernährung genauso wie auf regelmäßige Bewegung zu achten. Natürlich gelingt mir das nicht immer. Aber auch kleine Veränderungen im Alltag sind ein Anfang: z.B. Treppe steigen statt Aufzug fahren. Für kurze Wege zwischen zwei Terminen lasse ich gerne das Auto stehen und gehe zu Fuß. Und in meiner Heimatstadt Neuss bin ich oft mit dem Fahrrad unterwegs. Zum Glück sind meine Frau und unsere vier Kinder richtig sportlich und spornen mich immer wieder zu mehr Bewegung an.

Welchen Stellenwert haben Sport und Bewegung in der Gesundheitspolitik, auch im Hinblick auf das 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz?

Regelmäßige Bewegung wirken sich wohltuend wie ein „Lebenselixier“ auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Viele sportlich aktive Menschen können das bestätigen. Auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass dadurch Krankheiten vermieden werden können. Bewegungsförderung, insbesondere mit Fokus auf Menschen die sich nicht oder zu wenig Bewegen, ist deshalb auch ein wichtiger Ansatz in unserem Präventionsgesetz. Dabei geht es darum Gesundheit dort zu fördern, wo Menschen leben, lernen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Dazu zählen natürlich auch die Sportvereine, die mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung in Deutschland leisten.

Das BMG ist Teil des Kooperationsverbunds gesundheitsziele.de, welcher bereits neun Gesundheitsziele festgelegt hat. Im Rahmen der Podiumsdiskussion des 3. gesundheits- und präventionspolitischen Abends des DOSB wird diskutiert, inwiefern „Bewegungsmangel reduzieren“ als neues nationales Gesundheitsziel definiert werden sollte. Welche Argumente sprechen aus ihrer Sicht dafür, dieses Ziel neu aufzunehmen?

Klar ist: Bewegungsmangel ist eines der größten gesundheitlichen Risikos. Deshalb ist die Bewegungsförderung auch wesentlicher Bestandteil in sechs der neun Gesundheitsziele. Damit haben wir eine gute Grundlage für unser gemeinsames Ziel, Menschen aller Altersgruppen zu einem aktiven Lebensstil zu bewegen. Und sicherlich wird die Bedeutung dieser Anstrengungen weiter zunehmen.

Welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie, die Bevölkerung durch die Aufnahme von „Bewegungsmangel reduzieren“ als nationales Gesundheitsziel mehr in Bewegung zu bringen und welche Rolle und Ansätze sehen Sie für den organisierten Sport?

Sportvereine stehen allen offen und spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter sportlich aktiv zu sein. Deshalb ist der organisierte Sport ein zuverlässiger Partner für vielfältige Aktivitäten – auch in Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen, Betrieben oder Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Hier liegen noch viele Möglichkeiten für die Zukunft. Das AlltagsTrainingsProgramm * - kurz ATP - für ältere Menschen, das wir kürzlich in Kooperation mit dem DOSB gestartet haben, ist dafür ein gelungenes Beispiel. Es spricht gezielt ältere Menschen an, die bisher sportlich nicht oder wenig aktiv sind. Wichtig ist dabei, dass die Bewegungsübungen leicht im Alltag – zum Beispiel bei der Hausarbeit oder beim Warten auf den Bus - umzusetzen sind und auch Freude machen.

*  Das ATP ist für das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zugelassen, welches vom DOSB in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt wurde und gesundheitsorientierte Bewegungsangebote im Sportverein kennzeichnet. Durch die transparenten, fest definierten Qualitätskriterien der SPORT PRO GESUNDHEIT-Kurse, können diese auch unkompliziert durch Krankenkassen gefördert werden.

(Quelle: DOSB)


 
 

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