Tipp des Monats: Sportlich gegen den Stress

01.12.2011

In der Ausgabe November/Dezember 2011 von "Gesund + fit" geben Expertinnen des DOSB nützliche Tipps und Informationen zu Entspannungstechniken.

Mentale Ebene: Autogenes Training

Entspannungs- und Wellnessverfahren sind in aller Munde und füllen viele Zeitschriftenseiten. Doch während man in manchen Medien den Eindruck bekommt, bei alle dem handele es sich lediglich um ein cleveres Marketinginstrument, um teure Massagen oder immer neue Wellnessfindungen zu verkaufen, zeigt der Blick hinter die Kulissen: Entspannung ist lebenswichtig geworden! Zu lernen, sich zu entspannen, seinem Leben eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit, Beruf und Freunden / Familie zu geben und im Leben Entspannungsinseln einzurichten und aufzusuchen, ist offensichtlich die beste "Krankenversicherung", die man heutzutage abschließen kann!

Stress ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der größten Gefahren für das menschliche Wohlergehen - nicht verwunderlich, wenn man sich klar macht, dass Erkrankungen wie z.B. Kopf-, Rücken-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen stressbedingt sein können, durch diesen verschlimmert oder aber aufrecht gehalten werden.

Positiver Stress und subjektive Wahrnehmung
Stress ist eigentlich nicht unbedingt etwas Schlechtes. Ursprünglich war Stress eine völlig angemessene Reaktion des Körpers auf lebensbedrohliche Situationen. In der Urzeit reagierten die Menschen auf eine stressauslösende Situation, wenn zum Beispiel Tiger oder Mammuts auf sie zurannten, mit der Mobilisierung aller Leistungsreserven, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen und blitzschnell wegzurennen. Noch heute agiert unser Organismus vergleichbar, nur dass die modernen Stressauslöser Zeitdruck, Mobilitätsanforderungen, Stress mit Kollegen oder dem Chef etc. sind. Das heißt: Stress ist eine Reaktion von Psyche und Körper auf die Anforderungen in Beruf und Alltag.
Das jeweilige Stressempfinden eines jeden Menschen beruht auf dem Zusammenspiel von Anforderungen bzw. äußeren Bedingungen und der subjektiven Verarbeitung jedes einzelnen. Das bedeutet, Stressempfinden ist subjektiv: was der eine als Stress empfindet, muss für einen anderen noch lange nicht als solcher wahrgenommen werden.

Häufige Stressoren

  • Zeitdruck
  • Über- oder Unterforderung
  • Gestörte Kommunikationsbeziehungen
  • Mangelnder Handlungs- und Entscheidungsspielraum
  • Krankheitsbefürchtungen
  • Mangelnde soziale Anerkennung
  • Finanzielle Probleme
  • Belastende Umweltbedingungen

Negativer Stress und die Folgen
Stress ist in gewissen Grenzen notwendig, um uns anzutreiben, zu motivieren oder leistungsfähiger zu machen. Er gehört somit zu unserem Leben, ist jedoch nicht unbegrenzt verkraftbar. Stress wird dann zum Problem, wenn der Mensch nicht mehr ausreichend in der Lage ist, seine Leistungsfähigkeit stabil zu halten, d. h. den Anforderungen nachzukommen bzw. diese zu verarbeiten.
Fachleute gehen davon aus, dass stressinduzierte Leiden die Hauptursache für Fehlzeiten im Berufsleben sind. So gehen 50-60 Prozent der verlorenen Arbeitstage auf Zeitdruck und hohes Arbeitstempo zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verursachen psychische Folgeerkrankungen wie Burnout, Angststörungen oder Depressionen Behandlungskosten von 27 Milliarden Euro jährlich. Kein Wunder, dass die IG Metall - etwas reißerisch - davon spricht, dass durch Stress am Arbeitsplatz "eine gesellschaftliche Zeitbombe" ticke. Bei Umfragen jedenfalls gibt jeder Dritte an, unter dauerndem Stress zu stehen, zu wenig Zeit und zu viel Druck zu haben. Der richtige Umgang mit Stress ist deshalb ein Thema, das zunehmend für alle von Bedeutung ist: Krankenkassen, Firmen und alle voran jedoch jeden einzelnen, der Entspannung nötig hat!

Die Grundlage für dauerhafte Gesundheit und Leistungsfähigkeit liegt in der ausgewogenen Balance zwischen Belastung und Erholung. Genau so individuell wie die Stressoren, also die Stressauslöser, wahrgenommen werden, sind auch die Entspannungstechniken, die dem Einzelnen helfen, wieder in Blance zu kommen. Es lassen sich eine Reihe von wirkungsvollen Möglichkeiten skizzieren, die hilfreich sind.

Körperliche Reaktionen auf Stress

  • Vermehrte Hormonproduktion: erhöhte Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol (typische Stresshormone, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen).
  • Blutdruck und Herzfrequenz steigen, damit die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt wird.
  • Fette und Blutzucker werden zur besseren Energieversorung aus den Depots freigesetzt.
  • Das Schmerzempfinden wird herabgesetzt.
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