Welcher Ausdauersport ist für Koronarpatienten ratsam?

03.01.2016

Immer noch ist vielen Herzpatienten mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, der koronaren Herzkrankheit (KHK), nicht bewusst, dass Bewegungsmangel ein Risikofaktor für die Entstehung ist.

Ausdauersport schützt die Herzkranzgefäße. Foto: LSB NRW

Wer sich jedoch regelmäßig ausdauernd bewegt, bremst dadurch eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und senkt dadurch das Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche. Darauf macht die Deutsche Herzstiftung aufmerksam.

Worauf Betroffene mit einer KHK vor der Aufnahme einer Ausdaueraktivität achten und was mit dem Arzt geklärt werden sollte, erläutert die Deutsche Herzstiftung in dem neuen Experten-Sonderband „Herz in Gefahr“, den man unter www.herzstiftung.de/khk-sonderband.html oder telefonisch unter 069 955128-400 anfordern kann.

„Von den moderaten Ausdaueraktivitäten wissen wir, dass sie die günstigsten Effekte auf das Herz von Patienten mit koronarer Herzkrankheit haben: also flottes Gehen, Radfahren, Walken, Joggen, Rudern oder Schwimmen. Betroffene können diese Aktivitäten leicht bei niedriger bis moderater Intensität durchführen“, betont Prof. Dr. med. Stephan Gielen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Universitätsklinikum Halle (Saale).

Empfohlen wird ein Training von mindestens 30 Minuten fünfmal in der Woche. Mit Ausdauer-aktivitäten lassen sich gleich mehrere günstige Effekte erzielen. „Die Leistungsfähigkeit und die Lebenserwartung der Patienten verbessern sich. Auch verringert sich die Zahl der Krankenhausaufenthalte. Das erhöht die Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Familien“, unterstreicht Prof. Gielen. Darüber hinaus werden die Herzinfarkt-Risikofaktoren günstig beeinflusst: durch Gewichtsabnahme, durch Senkung von Blutfettwerten (hohes Cholesterin) und hohem Blutdruck.

Krafttraining als gute Ergänzung?

Weil durch Krafttraining Kraft und Flexibilität einzelner Muskelgruppen verbessert werden, wird es bei KHK-Patienten zunehmend ergänzend zur Ausdauerbewegung eingesetzt. Krafttraining hat dann ähnliche Effekte wie moderates Ausdauertraining, wenn es mit niedriger Last und häufigen Wiederholungen ausgeübt wird (z. B. Übungen mit 30 Prozent der Maximallast, die der Patient stemmen kann, bei 20 Wiederholungen). „Allerdings sollten Betroffene auch hier bei ihrem Kardiologen klären, ob für sie Krafttraining in Frage kommt“, rät der Herzspezialist.

Eher ungeeignet bei einer bestehenden Erkrankung der Herzkranzgefäße sind Ballsportarten wie Fußball, Handball, Squash oder Tennis, weil es bei diesen schnell zum Ehrgeiz kommt, den Ball unbedingt noch erreichen zu wollen. Dadurch ist oft ein hoher Krafteinsatz erforderlich, so dass als Folge Überlastungen des Herzmuskels auftreten können.

Achtung: Die Trainingsintensität muss bei Herzpatienten immer vom Arzt individuell ermittelt und dosiert werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen und Komplikationen zu vermeiden.

Für viele Patienten ist Schwimmen eine ideale Sportart. Allerdings bleibt es den Patienten vorbehalten, die kein erhöhtes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen haben. „Patienten mit einem implantierbaren Defibrillator (kurz ICD für Implantierbarer Cardioverter Defibrillator) sollten in jedem Fall nur nach Einverständnis des behandelnden Kardiologen schwimmen gehen, da der ICD nicht vor einem möglichen Bewusstseinsverlust als Folge der Herzrhythmusstörungen schützt“, betont Prof. Gielen.

Generell sollte die Entscheidung für Schwimmen vom Arzt getroffen werden, gegebenenfalls nach Durchführung eines Belastungs-EKGs und einer Ultraschall-Untersuchung („Herzecho“) z. B. bei Patienten mit einer Minderdurchblutung des Herzmuskels (Myokardischämie) oder einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).

(Quelle: Deutsche Herzstiftung)

 
 

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