27.07.10

Aktuell: "Rezept für Bewegung"

In einigen Landessportbünden gibt es das "Rezept für Bewegung". Die verschiedenen Aktivitäten rund um das Rezept sollen nun auf Bundesebene zusammengeführt werden.

"Rezept für Bewegung", Landessportbund Nordrhein-Westfalen

Der gesundheitsorientierte Sport in den Vereinen blickt in den vergangenen Jahren auf eine quantitativ wie qualitativ sehr gute Entwicklung zurück. So wurde beispielsweise mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT ein Instrument der Qualitätssicherung für gesundheitsorientierte Angebote geschaffen, welches mittlerweile bundesweit flächendeckend mit über 18.000 Angeboten umgesetzt ist und von den wichtigen Entscheidungsträgern in der Gesundheitspolitik anerkannt ist.
Nichtsdestotrotz steht der gesundheitsorientierte Sport ebenso wie andere Akteure im Bereich von Prävention und Gesundheitsförderung vor dem Dilemma, dass letztlich nicht die eigentlich relevante Zielgruppe der Nicht-Beweger erreicht wird, sondern „nur“ Menschen, die zumindest grundständige Kenntnis über die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Gesundheit besitzen und daran interessiert sind, sich zu bewegen.

Deshalb erscheint es seit längerem sinnvoll, die Ärzteschaft als Multiplikator vermehrt einzubinden, da die Ärzte am ehesten Zugang zur relevanten Zielgruppe haben und eine bewegungsbezogene Beratung durchführen und auf die Angebote in den Vereinen verweisen könnten.

Als eine Maßnahme wird seit 2005 in einigen Landessportbünden ein „Rezept für Bewegung“ umgesetzt. Dies bedeutet, dass - i. d. R. in Kooperation mit den Landesärztekammern und der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheit – interessierte Ärzte mittels einer Software ein „Rezept für Bewegung“ ausstellen können, welches dem Patienten Bewegung „verordnet“, die zu seinem gesundheitlichen Profil passt, also z. B. ein Herz-Kreislaufangebot o. ä. Neben dem Rezept erhält der Patient eine Liste sämtlicher passender Vereinsangebote in seiner Nähe, um den Zugang zum Sportangebot so leicht wie möglich zu gestalten. Verwiesen wird vorrangig auf die mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifizierten Angebote.

Bislang wird diese Idee in Berlin, Hamburg, Hessen, NRW, Thüringen und Schleswig-Holstein umgesetzt, weitere LSB sind interessiert. In den bislang schon aktiven LSB variiert die Umsetzung des Rezeptes sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung (Zielgruppe, Anbindung an das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT) als auch hinsichtlich der jeweiligen Marketingstrategie.

Die verschiedenen Aktivitäten rund um das Rezept für Bewegung sollen nun zusammengeführt werden. Eine gemeinsame Absenderschaft des organisierten Sports sowie der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Form eines „Prädikats“ soll dem Rezept mehr politisches Gewicht (z.B. bei Verhandlungen mit den Kostenträgern und der Wahrnehmung in der Politik) verleihen und außerdem die LSB, die das Rezept noch nicht umsetzen, bei der Umsetzung unterstützen.

Das Prädikat soll mittels einer einheitlichen Wort-Bild-Marke, die mit dem Styleguide des DOSB vereinbar ist und von den anderen Partnern mitgetragen wird, verdeutlichen, dass der DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) die „Rezepte für Bewegung“ unterstützt.

Das Prädikat soll auf Vergabekriterien beruhen, die derzeit von einer Arbeitsgruppe bestehend aus einigen LSB, der Bundesärztekammer und der DGSP erarbeitet werden. Diese Arbeitsgruppe wird darüber hinaus Arbeitsmaterialien entwickeln und zusammenstellen, die die interessierten LSB unter ihrem eigenen CI verwenden können und die ihnen so die Einführung und Bearbeitung des Rezepts erleichtern soll.