27.07.10

Aktuell: Gesundheitsprojekt BIG

BIG steht für Bewegung als Investition in Gesundheit und ist auf dem Weg, sich zu einer wichtigen Stütze für Frauen in sozial schwierigen Lebenslagen zu entwickeln.

BIG Projekt

Ob Allein Erziehende, Arbeitslose oder Frauen mit Migrationshintergrund – gerade Frauen in schwierigen Lebenssituationen sind häufig sportlich inaktiv. Und mangelnde Bewegung führt oft zu Übergewicht und Entwicklung von Krankheiten. Genau an dieser Stelle greift das Gesundheitsprojekt BIG ein. BIG wurde 2005 als Modellprojekt im Rahmen der Präventionsforschung des Bundes in Erlangen unter Leitung von Prof. Alfred Rütten, Institut für Sportwissenschaft und Sport, entwickelt und wird in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund durchgeführt.

BIG steht für Bewegung als Investition in Gesundheit und ist auf dem Weg, sich zu einer wichtigen Stütze für Frauen in sozial schwierigen Lebenslagen zu entwickeln. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kümmert sich im Rahmen seines Programms „Integration durch Sport“ einmal nicht nur um die bessere Eingliederung, sondern auch um gesundheitliche Aspekten, da er um deren Wichtigkeit weiß.

Das zentrale Ziel des Programms „Integration durch Sport“, Zuwanderern den Übergang in die Aufnahmegesellschaft und in den organisierten Sport zu ermöglichen, findet sich auch im BIG-Projekt wieder. „Wir haben die Frauen im Stadtteil angesprochen, von Anfang an in den Projektaufbau einbezogen und wollen sie langfristig in die Sportvereine integrieren“, sagt Projektleiterin Annika Frahsa, die in der Praxis die Bemühungen des Projektes bestätigt sieht. „Wir haben wenige Abbrecher und eine Steigerung der Bewegungsaktivität.“ Ein Ziel des Projektes ist es auch, passende Evaluationsinstrumente zu erarbeiten, mit denen die Wirkungen der Maßnahmen zu erfassen sind.

Wie wichtig es ist, innovative Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, mit denen sich eine nachhaltige Bewegungsförderung mit Frauen in schwierigen Lebenslagen realisieren lässt, zeigen der Erfolg und die Weiterentwicklung des Projektes. Im Nachfolgeprojekt BIGff wurde 2008 die Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg und dem Bayerischen Landessportverband und dessen Programm „Integration durch Sport“ auf weitere Stadtteile und Sportvereine übertragen. Mit dem Projekt BIGGER wurde der Ansatz auf Bottrop im Ruhrgebiet und den Landkreis Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern ausgeweitet.

Gymnastik, Kampfsport, Yoga oder Aqua-Fitness: Das BIG-Projekt versucht durch das Angebot diverser Sportkurse, Frauen in schwierigen Lebenslagen an den positiven Effekten von Bewegung wie die Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens und der  Entwicklung von Selbstvertrauen und sozialer Unterstützung teilhaben zu lassen. Um diese Bewegungsförderung nachhaltig zu realisieren, will das BIG-Modell in Erlangen an verschiedenen Stellen entsprechende Maßnahmen entwickeln.

In drei Modellprojekten mit den Settings „Wohnquartier“, „Betrieb“ und „Sportverein“ werden Maßnahmen wie Sport- und Schwimmkurse, Frauenbadezeit oder Übungsleiterinnenausbildung durchgeführt. In Kooperation mit „Integration durch Sport" koordiniert beispielsweise das BIG-Projektbüro beim TV 1848 Erlangen die Bewegungsangebote vor Ort und erteilt Informationen zu den Kursangeboten und Trainingsmöglichkeiten für die Zielgruppe.

Von den derzeit 17 Kursen in Erlangen, an denen sich rund  200 Migrantinnen beteiligen, bietet der TV Erlangen derzeit mehrere Aquafitnesskurse an. Er ist aber nicht der einzige Verein im Stadtgebiet, der Angebote im Rahmen des BIG-Projektes macht. Der ATSV Erlangen 1898 hat derzeit Powergymnastik und einen klassischen Gymnastikkurs im Programm.

„Für die Betreuung des Nachwuchses ist ebenso gesorgt wie für das sportive Programm“, weiß Zsuzsanna Majzik vom Sportamt der Stadt Erlangen zu berichten. „Derzeit sind wir auch in Gesprächen mit einem weiteren Verein, der Spielvereinigung Erlangen. Auch dieser hat Interesse signalisiert.“
Als ganz besonderes Highlight bieten die Kooperationspartner nun sogar erstmalig eine Ausbildung zur Sportassistentin – interkulturell an. Alle 16 Teilnehmerinnen haben selbst einen Migrationshintergrund und sind aus dem BIG-Projekt rekrutiert. Sie sollen nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung als Übungsleiter in den Sportvereinen arbeiten und somit als Multiplikator weitere Migrantinnen in den Sportverein holen.