Muskulatur
Etwa 400 Muskeln sind u.a. dafür verantwortlich, wenn Bewegungen in Alltag, Freizeit und Sport gelingen beziehungsweise ausgeführt werden können. Die Hauptaufgabe der Muskulatur ist das Entwickeln von Kraft.
Entstehung von Bewegung
Jeder Muskel besteht aus einem Muskelbauch, der beidseits an seinen Enden in eine Sehne übergeht, die am Knochen eines Gelenksystems befestigt ist. Zieht sich der Muskel zusammen, wird die wirkende Muskelkraft durch die Sehne übertragen und das Gelenk bewegt sich. Diese Vorgänge benötigen Energie, die durch bestimmte Stoffwechselvorgänge geliefert wird. Sie sind nur bei ausreichender Sauerstoffversorgung des Muskels möglich; hierzu dient ein weitverzweigtes Blutgefäßsystem. Damit Bewegung entstehen kann, muss ferner ein vom zentralen Nervensystem ausgehender Befehl an die Muskulatur weitergeleitet werden.
Muskuläre Dysbalancen
Die Skelettmuskeln kann man grob in zwei Gruppen unterteilen: einerseits Muskeln, die überwiegend eine Bewegungsfunktion haben, die so genannten phasischen Muskeln, und andererseits Muskeln, die hauptsächlich Haltearbeit leisten, die so genannten tonischen Muskeln. Auf einseitige Belastungen im Alltag oder Fehlbelastungen im Sport reagieren die phasischen Muskeln mit Abschwächung, die tonischen Muskeln mit Verkürzung. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen, so genannten muskulären Dysbalancen, welche die Belastbarkeit des Bewegungsapparates herabsetzen und auf Dauer zu Fehlhaltungen führen können. Generell sollte eine allgemeine Dehnung und Kräftigung möglichst vieler Muskelgruppen regelmäßig erfolgen. Um das Entstehen muskulärer Dysbalancen zu verhindern, sollten besonders die zur Verkürzung neigenden Muskeln gedehnt und die zur Abschwächung neigenden Muskeln gekräftigt werden.
Muskeltraining
Zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Muskulatur ist ein Wechsel von Anspannung und Entspannung erforderlich. Die Muskulatur sollte daher regelmäßig bewegt und trainiert werden. Durch gezielte Dehnungs- und Kräftigungsübungen lässt sich die Muskulatur trainieren. Entsprechende Übungen sollten regelmäßig am besten täglich durchgeführt werden. Dehnungs- und Kräftigungsübungen sollten sich innerhalb einer Trainingseinheit abwechseln.
Formen der Muskelarbeit
Kontrahiert ein Muskel gegen einen Widerstand, ohne dass eine Verkürzung des Muskels auftritt, spricht man von isometrischer Arbeitsweise. Kommt es bei der Muskelkontraktion zur Verkürzung des Muskels, spricht man von konzentrischer Arbeitsweise. Tritt bei der Kontraktion des Muskels eine Längenzunahme auf, arbeitet der Muskel exzentrisch.
Trainingswirkung
Muskeltraining bewirkt eineverbesserte Kapillarisierung der Muskulatur und damit eine gesteigerte Sauerstoffausschöpfung. Weiterhin kommt es zu einer Zunahme der Mitochondrien, den so genannten Kraftwerken der Muskelzelle; hier laufen die eigentlichen Stoffwechselprozesse ab. Ferner wird durch Muskeltraining das muskuläre Zusammenwirken verbessert. Weitere Informationen finden Sie auch unter den Begriffsdefinitionen
Rezeptoren, Agonist/Antagonist, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination.
Muskelarten
Auch wenn hier in erster Linie die Skelettmuskulatur interessiert, sollen die übrigen Muskelarten kurz angesprochen werden. Die glatte Muskulatur, aus der besonders die inneren Hohlorgane bestehen (Darm, Blase) sind nicht dem Willen unterworfen. Die Herzmuskulatur ist ein Hohlmuskel. Ihre Tätigkeit ist selbstständig geregelt und damit vom Willen ebenfalls nicht zu beeinflussen. Die Skelettmuskulatur, wegen ihrer unterschiedlichen Lichtbrechung auch als quer gestreifte Muskulatur bezeichnet, ist dem Willen unterworfen und bei jeder körperlichen Bewegung von großer Bedeutung.
Skelettmuskulatur
Die Bedeutung der Skelettmuskulatur wird besonders klar, wenn man bedenkt, dass der Mensch über 400 Skelettmuskeln besitzt und die Skelettmuskulatur etwa 40 Prozent des Körpergewichts ausmacht. Bei einem untrainierten Menschen kann der prozentuale Anteil der Muskulatur bis auf 30 Prozent absinken. Diese Zahlen verdeutlichen die Wichtigkeit eines körperlichen Trainings zur Erhaltung der Muskulatur beziehungsweise der Körperfunktionen.
Arbeitsweise der Skelettmuskulatur
Man unterscheidet die dynamische und die statische Muskelarbeit. Dynamische Muskelarbeit wird geleistet, wenn durch Muskelkontraktion Bewegung in einem Gelenk entsteht. Statische Muskelarbeit liegt vor, wenn durch Muskelkontraktion eine Gelenkbewegung verhindert wird. Die Muskulatur trägt daher sowohl zur Führung als auch zur Stabilisierung der Gelenke bei. Weitere Informationen finden Sie auch unter der Begriffsdefinition Rumpfmuskulatur.
(wb)









