Akupunktur

Die Akupunktur ist ein Heilverfahren aus der alten chinesischen Medizin. Dabei soll durch Einstechen von Nadeln aus Stahl, Silber oder Gold in genau festgelegte Hautpunkte eine Heilung bzw. Schmerzausschaltung erreicht werden.

Die festgelegten Körperpunkte stehen nach der chinesischen Lehre in einer engen Wechselbeziehung mit der Funktion innerer Organe und sind auf Leitlinien, den so genannten Meridianen angeordnet. Es gibt 14 symmetrisch angeordnete Hauptmeridiane und 361 Hauptakupunkturpunkte. Insgesamt werden 659 Körperpunkte, 192 Ohrpunkte, 24 Gesichtspunkte, 23 Nasenpunkte, 30 Kopfpunkte, 18 Hand- und 32 Fußpunkte, 18 Sexualpunkte sowie 15 Barfußarztpunkte beschrieben, die alle anatomisch exakt lokalisierbar sind. Dabei wird unterschieden zwischen Harmonisierungs-, Anregungs-, Beruhigungs-, Alarm- und Spezialpunkten.

Nach Vorstellung der chinesischen Medizin gibt es eine Lebensenergie „Qi“, die entlang der Meridiane fließt und aus zwei gegensätzlichen Kräften „Yin“ und „Yang“ besteht, die in einem gesunden Körper im Gleichgewicht sind. Durch Akupunktur soll das durch Krankheit gestörte Energiegleichgewicht wieder hergestellt werden. Die Nadeln werden dazu unterschiedlich tief in die Haut eingestochen und dort zwischen 10 Sekunden und 2 Minuten belassen. Die Wirkung kann durch vorsichtiges Drehen der Nadel verstärkt werden. Die Behandlung soll die Lebensenergie Qi wieder ungehindert zum Fließen bringen. Eine Akupunkturbehandlung dauert etwa 20 bis 25 Minuten.

Die Akupunktur wird vor allem bei Krankheiten und Beschwerden angewendet, die auf psychosomatischen oder funktionellen Störungen beruhen, z.B. Asthma, Migräne, Verstopfungen, Schlaflosigkeit, Stimmungslabilität, Kopf-, Gelenk- und Kreuzschmerzen, gelegentlich auch zur Behandlung von Übergewicht und zur Entwöhnung von Rauchern und Alkoholikern.

Bei einer Akupunktur-Anästhesie wird die Akupunktur als Hilfsmittel bei Narkosen während verschiedener Operationen eingesetzt. Dabei müssen die Nadeln ständig durch Drehen mit der Hand oder besser elektrisch stimuliert werden. Dazu werden die eingestochenen Nadeln an ein spezielles Schwachstromgerät angeschlossen. Diese Elektroakupunktur wird auch bei Behandlungen von z.B. Prellungen, Verstauchungen, Muskelverspannungen oder Sehnenscheidenentzündungen angewandt, überwiegend aber in der Schmerzbehandlung. Die schmerzlindernde Wirkung der Akupunktur ist nachgewiesen, die Nadeln können den Schmerzkreislauf durchbrechen und vegetative Störungen bessern.

(rr)

 
 

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