Tipp des Monats: Entspannung in der Schule: "Berührung mit Respekt®"

29.01.2014

In der Ausgabe Januar/Februar 2014 geht es weiter mit der "Gesunde Schule"

Entspannung in der Schule (c) LSB NRW / Foto: Andrea Bowinkelmann

Ein bewährtes Mittel gegen Stress und Reizüberflutung (in der Schule) sind Entspannungsübungen und Massagen. Dies kommt der Gesundheit zugute und sorgt für einen wohltuenden Ausgleich. Nachdem im Tipp des Monats Juli/August 2013 der Artikel "Gesunde Schule" allgemein in Entspannungsmöglichkeiten und Massagen in der Schule eingeführt hat, geht es in diesem Beitrag nun um die spezielle Massagemethode "Berührung mit Respekt®".

STRESS - ein allgegenwärtiges Wort, welches die heutige Gesellschaft prägt. Wir leben in einer zunehmend hektischen Zeit, die uns durch eine permanent wachsende Reizüberflutung viel Energie abverlangt. Täglich sehen wir uns mit einem zunehmenden Verkehrsaufkommen und einem damit einhergehend wachsendem Lärmpegel konfrontiert. Immer mehr Naturräume gehen als Erholungsgebiete verloren, da sie aufgrund steigender Bevölkerungszahlen verstädtert werden. Auch der heutige Schulalltag ist nicht frei von Stress und seinen zahlreichen Reizen, sondern wird oft sogar dadurch bestimmt. Ständig wachsende Anforderungen führen zu einem harten Tribut der Schüler, welche einem stetig steigenden Leistungsdruck standzuhalten haben. Ein daraus resultierender sozialer Druck in der Peergroup, Rivalität, sowie ein Mangel an Kooperation unter den Schülern stellen ein bedenkliches Bild der leider allzu oft vorherrschenden Schulrealität dar. Die Art und Weise, ob diese Reizfaktoren positiv oder negativ empfunden werden, ist vom einzelnen Schüler abhängig. Während der eine die geschilderten Schulsituationen als Herausforderung und Aufgabe ansieht und dadurch zur Höchstform aufläuft, stellen sie für den anderen Schüler puren Stress dar, unter welchem er manchmal sogar zusammenbricht oder resigniert. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass eine erschreckend hohe Zahl von 20 Prozent der Schüler an Stresssymptomen wie Bauchschmerzen oder Einschlafstörungen leiden. Dies muss uns darauf aufmerksam machen, dass nicht jeder Schüler die Möglichkeit oder das Potential dazu hat, die auf ihn einwirkenden Reize angemessen zu verarbeiten.

Was passiert im Körper?
Als Antwort auf Stresssituationen schüttet der Körper vermehrt die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Zudem wird der Blutzuckerspiegel erhöht. Im ursprünglichen Sinne der Evolution stellen diese im Inneren des Körpers ablaufenden Prozesse überlebenswichtige Funktionen dar. In Urzeiten unterstützten diese erhöhten Werte den Menschen in gefährlichen Situationen bei seinem Flucht- und Kampfverhalten, im Zuge dessen sie wieder abgebaut wurden. Ein Schüler, der heutzutage Opfer von Stress wird, kann vor einer anstehenden Matheklausur jedoch weder weglaufen, noch auf sie einschlagen. Verfügt er über keine persönlichen Strategien, um seinen Stress abbauen zu können, bleiben die erhöhten Werte bestehen. Auf Dauer kann derartiger Stress krank machen und die Gesundheit sowohl physisch als auch psychisch negativ beeinflussen. Andauernde Spannungszustände kommen in verschiedenster Form zum Ausdruck. Das Immunsystem wird anfälliger. Blutgefäße, Herz und Kreislauf sind einer ständigen Belastung ausgesetzt und werden beschädigt. Oftmals treten psychosomatische Störungen wie nervöse Verdauung oder immer wiederkehrende Kopfschmerzen auf. Aber auch Nägelkauen und Bettnässen sowie ständige Unruhe, aggressive Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwächen und Schlafstörungen bis hin zu Depressionen können negative Folgen von chronischem Stress sein.

Entspannung ist angesagt!
Als ein Ausgleich zur vorherrschenden Reizüberflutung und dem alltäglichen Stress scheint Entspannung auch im Schullalltag dringend vonnötigen zu sein. Durch einen gesunden Wechsel von Spannung und Entspannung können das Wohlbefinden und die Gesundheit der Schüler gefördert und auf diesem Weg, sich bei ihnen aufbauende Aggressionen auf wohltuende Weise abgebaut werden. Da Kinder Entspannungsfähigkeit jedoch nur selten von alleine erlernen können, benötigen sie hierzu die Unterstützung und Anleitung von Erwachsenen. Im Zuge dessen stellt die Schule einen geeigneten Ort dar, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen diese Fähigkeit mit auf den Weg zu geben, sodass sie mit dem Stress des Alltags besser umgehen können. In diesem Rahmen birgt die Massage neben vielen anderen geeigneten Entspannungsverfahren wie dem autogenem Training oder der progressiven Muskelentspannung ein großes Potential, da Schüler anhand der Massage erfahren können, wie sich Entspannung anfühlt und was man darunter verseht. Um diesen Zustand bei den Schülern zu erreichen, muss eine Lehrkraft jedoch über ausreichendes Wissen bezüglich der Vorgehensweise und den Regeln bei der Massage im Schulkontext verfügen.

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